Ehrlich. Roh. Muttersein ist kein “walk in the clouds” – und das ist okay
Mama zu werden verändert alles – und vielleicht auch dich. Mama zu werden ist eine der größten Herausforderungen im Leben einer Frau. Für Frauen ohne Kinder ist diese Erfahrung der Mutterschaft kaum vorstellbar.
Warum? Was erwartet eine Frau, wenn sie Mutter wird?
Ganz einfach: Dein Leben verändert sich komplett.
Du bist Schöpferin eines neuen Lebens – etwas Wundervolles! Aber gleichzeitig ist dieses neue Leben vollkommen von dir abhängig, und du hast nicht die leiseste Ahnung, was du tun sollst oder was „richtig“ ist. Deinem Instinkt zu folgen wäre das Natürlichste… schade nur, dass Instinkt in unserer modernen Gesellschaft fast ausgestorben ist.
Du bist nicht mehr allein. Du kannst nicht mehr nur an dich selbst denken. Da ist jetzt jemand, der dich braucht. Rund um die Uhr.
Viele Frauen erleben in dieser Phase einen Identitätsverlust als Mutter. Der Teil von dir, der frei, wild und unabhängig war, muss für einen Moment beiseite gelegt werden. Denn deine Zeit wird jetzt woanders gebraucht. Und doch fühlst du dich mit dieser neuen Verantwortung manchmal ganz allein.
Genau hier beginnt für viele Frauen die eigentliche Herausforderung: Wie kann ich Mutter sein, ohne mich selbst zu verlieren? Wie kann ich als Frau trotz Muttersein mit mir selbst verbunden bleiben?
Dein Körper verändert sich. Deine Figur, deine Hormone, deine Brüste, dein Selbstbild. Für dein Baby bist du eine Nahrungsquelle, und für deinen Partner bist du plötzlich eine Art unantastbare Göttin geworden.
Und hormonell? Ein einziges Chaos.
Oxytocin und Prolaktin werden ausgeschüttet, damit du Milch produzieren und eine Bindung zu deinem Baby aufbauen kannst. Gleichzeitig sinken Östrogen und Progesteron nach der Geburt rapide ab. Cortisol schießt in die Höhe, denn mehr als drei Stunden am Stück zu schlafen ist jetzt eine Fata Morgana.
Und dass Sexualität gerade das Letzte ist, woran du denkst, macht dich zu einem ganz besonderen Cocktail der Instabilität.
Nicht nur dein Körper verändert sich. Auch dein Selbstwertgefühl als Mutter, deine emotionale Balance und dein Gefühl dafür, wer du eigentlich bist, werden auf die Probe gestellt.
Und dann ist da noch die Karriere.
Deine Prioritäten verschieben sich. Deine Zeit bekommt einen unschätzbaren Wert. Du hast keine Lust mehr auf unbezahlte Jobs oder auf Tätigkeiten, die dich nirgends hinführen.
Plötzlich bekommt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine völlig neue Bedeutung.
Trotz allem Chaos liebst du es, Zeit mit deinem Baby zu verbringen – es zu halten, zu stillen. Das sind manchmal die schönsten und friedlichsten Momente überhaupt …
… wenn du es zulässt.
Andernfalls können auch diese Dinge zur Quelle von Stress werden.
Kann man all diese Veränderungen verhindern?
Am Ende nicht.
Kann man aktiv etwas tun, um sie besser zu überstehen – oder sogar daran zu wachsen?
Ja, absolut.
Mit dem richtigen Mindset.
Deine Grundbedürfnisse zuerst
In der Anfangszeit brauchst du vor allem eins: die Erfüllung deiner Grundbedürfnisse.
Essen.
Schlafen.
In Ruhe duschen.
Ununterbrochen aufs Klo gehen.
Fünf Minuten durchatmen.
Und in dieser Phase solltest du an nichts anderes denken.
Selbstfürsorge für Mütter ist kein Luxus. Sie ist eine Notwendigkeit.
Wenn du also jemanden um dich hast, bitte ihn um Hilfe. Ob dein Partner, deine Familie oder deine Freunde – bitte um Hilfe, ohne Scham und ohne zu denken, dass du eine Last sein könntest.
Wenn es Menschen sind, die dich lieben, werden sie es tun.
Und für dich ist es überlebenswichtig.
Viele Frauen versuchen, alles alleine zu schaffen. Genau daraus entstehen oft Überforderung als Mutter, chronischer Stress und langfristig sogar Mama Burnout.
Dein Nervensystem braucht Balance
Dein Körper sehnt sich nach einem stabilen, ruhigen Zustand.
Zwischen Schlafmangel, Mental Load und den Anforderungen des Familienalltags ist es essenziell, dein Nervensystem bewusst zu regulieren.
Gehe spazieren.
Mit nur 12 Minuten Gehen verbessert sich deine Stimmung und dein Selbstwertgefühl steigt. Der Rhythmus des Gehens macht deine Gedanken klarer.
Und wenn du das mindestens eine halbe Stunde lang tust, erhöht sich die Anzahl der Neuronen in deinem Gehirn und damit auch das Gedächtnis und die kognitiven Fähigkeiten.
Praktiziere Non Sleep Deep Rest, Autogenes Training oder PMR.
(→ Check dazu meine Freebies.)
Schon 10 Minuten täglich können helfen.
Stell dir einen Wecker, wenn du es machst – du wirst möglicherweise einschlafen.
Aber es wird mit der Zeit besser.
Hab Geduld.
Geduld kultivieren
Geduld ist keine Schwäche, sondern deine stärkste Ressource in dieser Phase.
Be present.
Versuche nicht, mit deinem Kopf schon bei der nächsten Sache auf deiner Liste zu sein.
Sei da, wenn du etwas erledigen möchtest.
Be with your child.
Und wenn alles durcheinander geht?
Atme durch und lass die Kontrolle los.
Viele Frauen möchten nach der Geburt möglichst schnell wieder funktionieren.
Doch persönliche Entwicklung als Mutter bedeutet oft etwas anderes:
langsamer werden,
präsenter werden,
und lernen, dem Leben wieder zu vertrauen.
Finde deinen Flow
Du wirst nicht alles schaffen, was du dir vornimmst.
Unvorhergesehenes passiert ständig mit einem kleinen Baby.
Aber nicht jeder Tag ist gleich.
Es gibt einfache Tage und schwierige Tage.
Versuch, dich dem natürlichen Flow hinzugeben, statt dagegen anzukämpfen.
Wenn du akzeptierst, was ist, anstatt dich über das zu stressen, was du nicht geschafft hast, schützt du deine Energie und Selbstachtung.
Und sieh bitte das Positive an all dem, was du geschafft hast.
Eine Menge Dinge.
Und dein Baby ist noch da, lebendig und glücklich.
Einfach weil es dich hat.
Das senkt den inneren Druck und hilft dir, mit dem Tag zu wachsen, statt unter ihm zusammenzubrechen.
Genau darin liegt oft der erste Schritt zurück zu dir selbst.
Der erste Schritt der Selbstfindung nach der Geburt.
Eines Tages wirst du zurückblicken
Und dir denken:
Wie schnell das ging.
Wie schön es war, dein Baby zu stillen.
Es auf deinem Arm einschlafen zu sehen.
Und dieser Frieden – wenn du losgelassen hast und nicht mehr gegen Windmühlen gekämpft hast.
Alles andere kann warten.
Wenn du mit deinem Baby schlafen willst, dann tu es.
Ohne Schuldgefühle.
Dein Körper braucht Schlaf und Regeneration.
Nur mit ausreichend Erholung kannst du wieder denken, fühlen und wirklich da sein.
Und die Sexualität?
… Das ist ein Thema für einen anderen Artikel. 😉
Fazit
Live in a state of flow.
Accept life and the joy of small moments.
Mutterschaft verändert alles.
Deinen Körper.
Deine Prioritäten.
Deine Beziehungen.
Und manchmal auch dein Gefühl dafür, wer du eigentlich bist.
Doch du kannst lernen, wieder zu dir selbst zurückzufinden.
Nicht indem du noch mehr leistest.
Sondern indem du dich selbst wieder wahrnimmst.
Mit mehr Achtsamkeit.
Mehr Selbstfürsorge.
Mehr Vertrauen.
Und mehr Raum für die Frau, die du neben dem Muttersein immer noch bist.
You can learn it.
Wenn du tiefer gehen möchtest und lernen willst, wie du als Mutter wieder in deine Mitte findest, dein Selbstwertgefühl stärkst und deine eigene Identität zwischen Familie, Alltag und Beruf neu entdeckst, dann begleite ich dich gerne in meinem Mentoring für Mütter.